Tarifvertrag energie und versorgung

In den beiden untersuchten Sektoren sind die Tarifverhandlungen recht vielfältig und komplex. Liberalisierung und Umstrukturierung haben die Einführung neuer Praktiken im Bereich des Personalmanagements und viele Neuerungen bei Beschäftigung und Arbeitsbedingungen bedeutet. Leistungsbezogene Vergütungen werden in fast jedem Land gemeldet, ebenso wie flexiblere Arbeitspraktiken und Arbeitszeitregelungen, einschließlich Maßnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. So wurde beispielsweise beim spanischen Elektrizitätsunternehmen Iberdrola eine Vereinbarung unterzeichnet, die Eltern die Möglichkeit einführt, bis zum Alter von acht Jahren eine Arbeitszeitverkürzung für Pflegeaufgaben zu beantragen oder im Mutterschaftsurlaub zu bleiben, bis das Kind drei Jahre alt ist, während in Österreich Teilzeitarbeitfür arbeitnehmerische Arbeitnehmer im Elektrizitätssektor eingeführt wurde. Ein weiteres aufkommendes Thema betrifft die aus- und weiterbildung mit dem Ziel, die Qualifikationen oder die Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern. Vereinbarungen im Elektrizitätssektor in den Niederlanden sehen eine Bewertung der individuellen Fähigkeiten und der Beschäftigungsfähigkeit vor, während in anderen Ländern wie Österreich und Malta spezifische Urlaubsansprüche auf den Eintritt in eine Ausbildung oder Ausbildung bestehen. Die Umstrukturierung der öffentlichen Versorgungsunternehmen zusammen mit der umfassenderen Reform der Beschäftigung und der Arbeitsbeziehungen im öffentlichen Sektor hat dazu beigetragen, die Traditionen der Kollektivverhandlungen für den gesamten öffentlichen Sektor in Ländern, in denen diese existierten, abzubauen. Dies geschah beispielsweise in Österreich, zunächst aufgrund eines Regierungsbeschlusses aus dem Jahr 2000, der die Praxis zentraler informeller Verhandlungen (da der öffentliche Sektor formal von Tarifverhandlungen ausgeschlossen ist) zwischen Land, Land und Gemeinden und den Gewerkschaften des öffentlichen Sektors beendete. In der Folge verstärkte und trug das fortschreitende Entstehen von Tarifeinheiten, die direkt mit den öffentlichen Versorgungsunternehmen zusammenhängen, zu dieser Zersplitterung der Tarifverhandlungen bei (siehe unten unter “Tarifverhandlungsstruktur”). Auch in Deutschland löste sich 2003 der Verband der deutschen Arbeitgeber auf allen Ebenen (Bund, Länder und Kommunen) nach mehr als 40 Jahren gemeinsamer Tarifverhandlungen auf, da die Vertreter von Bund und Ländern die Koalition mit kommunalen Arbeitgebern nicht mehr praktikabel hielten (DE0306202N).

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